1989 gründeten 16 namhafte Firmen, vertreten durch ihre sogenannten Reisestellenleiter die „austrian business travel association“ kurz ABTA genannt, um sich als Gegengewicht zu den Reisebüros als zweite Plattform gegenüber den Leistungsträgern zu positionieren. Vorbild waren die deutschen und schweizerischen Schwesternverbände, die den Österreichern beratend und unterstützend zur Seite standen. Gründungsmitglied war u.a. auch Siemens, wo die allererste Sitzung stattfand und dessen Vertreter der gegenwärtige ABTA-Präsident Andreas Gruber ist. Das wichtigste Ziel war schon damals der Erfahrungsaustausch – heute networking genannt, da es keinerlei Ausbildung zu diesem Beruf gab, der seit 1992 Travel Manager bezeichnet wird. Diese Bezeichnung wurde auf der VDR-Tagung in München, wo die ABTA zu Gast war, aus der Taufe gehoben.

Das erste Präsidenten-Duo Hedi Brandl (CA) und Günther Stehlik (Immuno) leisteten Pionier- und Aufbauarbeit. Man arbeitete eng mit der Schweiz und Deutschland zusammen und war auch international zu den sogenannten IBTA-Tagungen unterwegs. Man teilte sich die Arbeit. Brandl war für die Luftfahrt zuständig, Stehlik für die Hotels. Zum Erfahrungsaustausch organisierte man Stammtische, was damals geläufig war, um Erfahrungen auszutauschen. Die Stammtische fanden in Hotels statt und die Hotels waren erfreut, die ABTA zu Gast zu haben, waren die Firmen doch durchwegs sehr gute Kunden. Zusätzlich zu der jährlichen Sommertagung, die man meist an einem See veranstaltete, gab es auch den jährlichen Sommerheurigen, traditionell beim Mayer am Pfarrplatz. Die Sommertagung gibt es noch heute als Jahresfachtagung, der Sommerheurige wurde im Laufe der Zeit zum Sommerausklang und findet Anfang September in verschiedenen Locations als reiner Kommunikationstreff statt.

In den letzten Jahren der Brandl-Stehlik-Präsidentschaft fand man in Dr. Hans Schindler, Vielflieger und Leiter des Auslandseinsatzes in der OMV eine wertvolle Unterstützung als Ratgeber in den Vorstandssitzungen. Letzten Endes gewann man ihn dazu, die Funktion des Präsidenten zu übernehmen. Auch die damalige Travel Managerin der ABB Christine Hafner-Glasner konnte man zur Mitarbeit gewinnen. Und so war die Nachfolge gesichert: das neue Duo Schindler – Hafner-Glasner konnte 1999 übernehmen und neu durchstarten. Binnen kürzester Zeit stellten sie den Verband auf modernstes Niveau – man war auf der Höhe der Zeit mit dem Internet, PowerPoint Präsentationen, einem neuen Logo, sogenannten Themenabenden mit Vorträgen namhafter Referierenden und anschließendem Networking – heute „Business Travel Lounges“ genannt – die ABTA mutierte so zu einer Weiterbildungs- und Wissensplattform in der Geschäftsreisebranche. Die ABTA-Akademie unter der Ägide von Hafner-Glasner in Kooperation mit der TTC Travel Training Center wurde eingeführt und erstmals gab es eine Ausbildung zum zertifizierten Travel Manager. Es fand weiterhin ein reger Austausch mit dem VDR statt, kleinere österreichische Delegationen reisten zu den internationalen Tagungen. Die Mitgliederanzahl wuchs, ein eigenes Sekretariat wurde notwendig. Die vielen Aktivitäten machten es möglich, die Pressearbeit zu intensivieren und damit den Bekanntheitsgrad und das Image zu heben. Von den anfänglichen 30 Artikeln in den Neunzigerjahren konnten wir uns ab dem Jahr 2000 auf über 100 Pressemeldungen steigern. Durch all diese Entwicklungen in der Verbandsführung hat sich die ABTA zu dem heute bekannten Netzwerk in der Geschäftsreiseindustrie etabliert.

Nach Schindler übernahm dann Christine Hafner-Glasner die Präsidentschaft mit abwechselnden Vizepräsidenten und führte die ABTA mit sicherer Hand durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch an dem Verband nicht spurlos vorüberging: Es kam zu einem Rückgang der Mitgliederanzahl durch Zusammenlegung von Firmen innerhalb eines Konzerns, Budgetkürzungen für Mitgliedsbeiträge, Abbau von Personal, usw. Um dem Verband das Überleben und Weiterleben zu sichern, strukturierte Hafner-Glasner den Verband um und verwandelte ihn in den Österreichischen Verband der Geschäftsreiseindustrie. Das neue Konzept mit der Gleichstellung von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern stellte sie in der GV 2010 zur Abstimmung, welches auch angenommen wurde. Ab diesem Zeitpunkt konnte auch ein außerordentliches Mitglied Präsident:in werden, dann musste eben der oder die Vizepräsident:in ein ordentliches Mitglied sein. So geschehen in der Hafner-Glasner Nachfolge, als Hanno Kirsch die Präsidentschaft 2011 übernahm und ihm zuerst Renate Heidenhofer (Ikea) und dann Doris Stoiser (STRABAG) als Vizepräsidentinnen zur Seite standen. Hanno Kirsch, im Hauptberuf Geschäftsführer von Airplus Austria entwickelte den Verband weiter und drückte ihm seinen Stempel auf: er perfektionierte das Format Business Travel Lounge, eine Klausur für den Vorstand, außerdem wurden die jährliche Vergabe des „Kaktus“ und die persönliche Mitgliedschaft eingeführt.

2018 wurde Andreas Gruber (Travel Manager von Siemens) Präsident der ABTA mit Vizepräsidentin Sabine Toplak von AccorHotels an seiner Seite. Diese Funktionsperiode ist gekennzeichnet durch die Erstellung regelmäßiger Umfragen, Kompaktanalysen, die Präsentation zweier großer Geschäftsreiseanalysen, die Einführung der Vergabe der „Rose“ als Gegenpol zum Kaktus sowie die Mitwirkung an der Gründung eines europäischen Business Travel Verbandes.
Die Handlungsfähigkeit und Planung dieser Präsidentschaft war durch die Corona-Zeit seit März 2020 zweifelsohne sehr eingeschränkt und viele programmierte Aktivitäten konnten nicht oder nur virtuell durchgeführt werden.