Geschäftsreiseanalyse 2019

Wirtschaftsfaktor Geschäftsreisen – abta-Studie analysiert jüngste Trends und Entwicklungen

Wien, 12. Februar 2019….Die Zahl der Geschäftsreisen sinkt, doch die Kosten bleiben fast unverändert. Die Austrian Business Travel Association (abta) legt eine neue Studie über den Markt der Geschäftsreisen in Österreich vor. In einer Kooperation mit der Statistik Austria werden darin die Struktur des Marktes und Trends beschrieben. Der Fokus ist auf Unternehmen ausgerichtet. Es wird die Frage beantwortet, welche Kosten den österreichischen Unternehmen für Geschäftsreisen entstehen.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 7,7 Millionen Geschäftsreisen unternommen. Dafür fielen Kosten in Höhe von 3,2 Milliarden Euro an. Die Reisenden verbrachten 19 Millionen Tage unterwegs. Die durchschnittliche Reisedauer betrug 2,5 Tage. Welche wirtschaftliche Bedeutung Geschäftsreisen haben, lässt sich auch aus den Ausgaben für Flugtickets und Hotels ablesen: Unternehmen haben 1,3 Milliarden Euro für Flugtickets, 340 Millionen für Autofahrten und 900 Millionen Euro für Übernachtungen ausgegeben.

Insgesamt ist die Zahl der Geschäftsreisen im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent gesunken, hat sich aber in den ersten drei Quartalen 2018 wieder um 2,3 Prozent erholt. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme hat sich jedoch der Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Entwicklung und Geschäftsreisen aufgelöst. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt als Kennzahl der Wertschöpfung ist von 2001 bis 2017 um 67 Prozent gestiegen. Die Zahl der mehrtägigen Geschäftsreisen ist dagegen um 12 Prozent gesunken. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Bevölkerungszahl: Zwischen 2014 und 2017 ist die österreichische Bevölkerung um 184.000 Personen gewachsen; die Zahl der Geschäftsreisenden dagegen um 74.000 gesunken.

Als Ursache werden von abta-Experten strukturelle Änderungen in den Unternehmen selbst konstatiert. ABTA-Präsident Andreas Gruber, im Hauptberuf Head of Travel Management CEE bei Siemens Österreich: „Unternehmen reisen unter anderem auch deshalb weniger, weil interne Meetings durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt werden.“

Immer mehr Flugtickets im Direktvertrieb

Die durchschnittlichen Kosten für Flugtickets wurden durch eine Auswertung von mehreren Hunderttausend Tickets ermittelt, die von spezialisierten Business Travel Reisebüros ausgestellt wurden. Sie sind gegenüber 2015 deutlich gestiegen. Dafür gibt es zwei Ursachen: Einerseits durch Preiserhöhungen der Airlines, andererseits durch zunehmend komplexere und damit höherpreisige Tickets. Spürbar gestiegen, wenn auch noch nicht mit Zahlen zu belegen, ist der Direktvertrieb der Airlines über ihre Websites. Dieser Trend stellt sowohl die Unternehmen als auch die Reisebüros vor Herausforderungen, weil damit die Konsolidierung von Reisedaten erschwert wird. Im Krisenfall kann es zu Problemen kommen, wenn die Reiseaktivitäten der Mitarbeiter nicht hundertprozentig transparent sind.

Wer früh bucht, spart Geld: Die abta konnte erstmals die Durchschnittspreise für Europa-Flüge abhängig von Buchungszeitpunkt ermitteln: Wer ganz kurzfristig bucht, zahlt für ein Ticket durchschnittlich 491 Euro. Zwei bis drei Wochen vor Abflug kostet das Ticket durchschnittlich 357 Euro. Das entspricht einer Preisdifferenz von 27 Prozent.

Unter Einbeziehung der Eintagesreisen ist das Auto mit Abstand das meist genutzte Verkehrsmittel. Von den 7,7 Millionen Reisen insgesamt wurden 3,8 Millionen mit dem Auto unternommen, rund 2 Millionen mit dem Flugzeug und 1,2 Millionen mit der Bahn.

Hoher Anteil bei ausländischen  Übernachtungen

Bei den Hotels sind die durchschnittlichen Zimmerpreise im Zeitraum von 2015 – 2017 von 101 Euro pro Nacht auf 103 Euro gestiegen. Der Gesamtaufwand für Hotelübernachtungen liegt bei über 800 Millionen Euro. Von den insgesamt 11,3 Millionen Nächtigungen entfielen 6,6 Millionen auf Hotels im Ausland. Der hohe Anteil von ausländischen Übernachtungen in Höhe von fast 60 Prozent spiegelt die starke Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft und ihre starke Verankerung im europäischen Raum wider.

Der Anteil der Reisebüros am Flugvolumen (nur Geschäftsreisen) ist wegen des Direktvertriebs der Airlines rückläufig. Er beträgt nach Schätzungen der abta nur noch rund 55 Prozent.

Die Studie wurde durchgeführt von Wilfried Kropp (Kropp Kommunikation), in Zusammenarbeit mit der Statistik Austria.

Kostenloser Download der abta-Studie „Der österreichische Geschäftsreisemarkt in Zahlen“ unter

ABTA Geschäftsreisestudie 2019

ABTA – Austrian Business Travel Association ist die bedeutendste unabhängige Interessensgemeinschaft der österreichischen Geschäftsreiseindustrie und das österreichische Netzwerk für Geschäftsreiseverantwortliche in Unternehmen, Travel Manager, Einkäufer für Reisemittel und Anbieter von Dienstleistungen im Geschäftsreiseverkehr. Der Verband vertritt die Interessen der Geschäftsreisenden sowie der Travel Manager auf nationaler und internationaler Ebene. Rund 150 namhafte Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen nutzen die jahrelange Erfahrung des Verbands. Geschätzte 60%  des Geschäftsreisevolumens werden von ABTA-Mitgliedern abgewickelt.

 

Information:

ABTA (Austrian Business Travel Association):
T: +43 660 940 83 00 E: abta@abta.at, W: https://www.abta.at

ABTA-Präsident: Andreas  Gruber
T: +43 1 51707-22091 , M: +43 664 80117-22091, E: andreas.a.gruber@siemens.com

ABTA-Studie Projektleiter: Wilfried Kropp
M: +43 699 18411666, E: wilfried.kropp@gmail.com

ABTA-Pressestelle: Dr. Elisabeth Zöckl
T:+43 664 132 00 37, E: e.zoeckl@domus-com.at