Abta Online Travel Lounge „Green is the new Black“

Statt der für Mitte Oktober vorgesehenen Fachtagung lud die abta kürzlich zu einer online Travel Lounge mit dem Titel „Green is the New Black“. Im Fokus stand das Thema Nachhaltigkeit, mit dem sich auch die Geschäftsreisebranche mehr und mehr auseinandersetzen muss. Für die Veranstaltung konnten zwei kompetente Vortragende gewonnen werden, die sich mit dem Thema schon lange und intensiv beschäftigen: Dr. Regina Preslmair, Expertin für betrieblichen Umweltschutz und Technologie im Österreichischen Klimaschutzministerium (BMK) und Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Die Leitung der virtuellen Veranstaltung lag bei Sabine Toplak, Vizepräsidentin abta (VP Corporate Sales &  Trademarketing Northern Europe bei Accor), die wie gewohnt souverän moderierte.

Die Frage „Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit“ kann laut Preslmair nicht eindeutig beantwortet werden.

Es sei ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen müsse, weil sich die Bedürfnisse der Kunden geändert haben. „Die Nachhaltigkeit ist in den Unternehmen ein Thema geworden, das man ganz einfach abdecken muss“, so die Expertin. Besonders Unternehmen die in der öffentlichen Wahrnehmung stehen, würden Nachhaltigkeit von ihren Partnern erwarten, da sie den entsprechenden Druck der Kunden und auch der Mitarbeiter spüren. Schwieriger sei das Thema im Bereich der Flugbranche.

Wie können Geschäftsreisen nachhaltiger werden?

Nachhaltig zu reisen bedeutet  laut Dr. Regina Preslmair, dass Unternehmen nur dann Reisen genehmigen, wenn diese einen hohen Geschäftsnutzen bringen, die Mitarbeiter dabei möglichst emissionsarme Verkehrsmittel und zertifizierte Hotels nutzen, zeitlich und gesundheitlich minimal belasten und am Ende erfolgreich im Markt sind.

Als Wegweiser durch den Label-Dschungel der vielen zertifizierten Hotels empfahl Preslmair die Reiseorganisation Ecotrans, die über eine Übersicht sämtlicher Umweltlabel verfügt. Es gebe allerdings nicht so viele seriöse Label, die auch Relevanz am Markt besitzen – wie etwa das klassische österreichische Umweltzeichen mit 400 Betrieben.

Erstes Hotel der Welt mit Null-Energie-Bilanz

Danach sprach Michaela Reitterer vom Boutiquehotel Stadthalle in Wien über Nachhaltigkeit im Hotel anhand ihres eigenen Betriebes. Die Pionierin auf diesem Gebiet begann bereits 2007 ihr Hotel gänzlich auf Nachhaltigkeit umzustellen. Der Betrieb sei zwar nicht energieautark, weise aber eine Null-Energie-Bilanz auf. Das heißt: Im Haus werde über das Jahr hinweg soviel Energie erzeugt wie benötigt wird.

So  seien sämtliche Dächer und Fassaden begrünt oder mit Solar- und Photovoltaikanlagen versehen. Ein mit Lavendel bewachsenes Dach sei sogar zur Heimat von sieben Bienenvölkern geworden. „Das Thema Nachhaltigkeit mit der Null-Energie-Bilanz und der entsprechenden Einstellung hat uns viel Bekanntheit gebracht, das Hotel ist eine nachhaltige Destination geworden“ erzählte Reitterer nicht ohne Stolz. Gleichzeitig hätten sie und ihr Team bewiesen, dass man damit auch Geld verdienen könne.

Die Zimmer erzählen von den 17 Zielen der UNO

17 der insgesamt 80 Zimmer des Hotels  sind den 17 Zielen der UNO für Nachhaltigkeit gewidmet – den sogenannten „sustainable development goals“ (SDG). Sie wurden dafür mit Möbeln ausgestattet, die dem jeweiligen Ziel entsprechen. So präsentiert sich das Zimmer für das Ziel „Hochwertige Bildung“ zum Beispiel mit einer alten Tafel und einem alten Schreibpult, aber mit neuen Büchern.

Das Frühstück im Hotel sei natürlich „Bio“, betonte Reitterer. Der Kaffee werde fair gehandelt und komme mit Segelfrachter über das Meer. Man unterstütze auch stark die regionalen Betriebe, wo immer das möglich sei. So liefert beispielsweise ein Unternehmen aus dem Weinviertel jede Woche frische Blumen direkt vom Feld –  je nachdem, was die Natur gerade bietet.

10% Rabatt bei Anreise mit Rad, Zug oder E-Auto

Business Kunden kommen gerne und freuen sich, dass sie bei Veranstaltungen viel weniger Kompensationszahlungen für CO2 zu leisten haben, so Reiterer. „Die nachhaltige Führung des Hotels beginnt immer mehr ein Wettbewerbsvorteil zu werden“.

Für alle Grünen Firmen gebe es sog. Green Company Rates, auch NGO´s erhielten spezielle Raten.

„Für Gäste, die mit dem Rad, Zug oder E-Auto anreisen, gibt es bei Direktbuchungen 10 % Ermäßigung“ berichtete die Hoteldirektorin abschließend.

Text abta/Dr. Elisabeth Zöckl