Lauda kritisiert Fluglärmgegner
Niki Lauda hat bei einem Businessabend scharfe Kritik an Fluglärmgegnern geübt und eine sachliche Diskussion vermisst. Nach der Übernahme der Fluglinie Niki durch die Air Berlin sieht Lauda bei der Technik Sparpotenzial.
Ein Flughafen sei nun einmal laut, so Lauda bei der Veranstaltung. „Wenn wir nicht fliegen dürfen, dann brauchen wir auch keinen Flughafen.“ Die Medien würden das Thema aufheizen, so Lauda. „Einer brüllt: ‚Ich kann nicht schlafen‘“, und schon sperre der Flughafen Wien eine der beiden Start- und Landebahnen zwischen 21.00 und 7.00 Uhr. „Wer bitte schläft von neun bis sieben?“, fragte sich Lauda, der seine Airline Niki vergangene Woche an Air Berlin verkauft hatte.
Flugzeuge laut Lauda immer leiser
Wegen der aktuellen Nachtflugregelung ist in den Randzeiten am Morgen und am Abend nur eine Piste offen. „Unsere Flieger sind dann am Abend im Holding und müssen über Wien kreisen“, so Lauda. „Und dann beschweren sich Leute, wenn wir noch später landen.“ In der Früh gebe es das gleiche Problem: Vor 7.00 Uhr stünden die Flugzeuge Schlange, weil nur eine Startbahn geöffnet ist. „Eine Minute nach sieben hat sich der Stau aufgelöst.“
Lauda verwies außerdem darauf, dass Flugzeuge immer leiser würden. „Einen A380 hört man beim Starten fast nicht“, sagte Lauda. Dafür seien modernere Triebwerke verantwortlich. Er kritisierte auch, dass die Medien die Stimmung aufheizten und die „dritte Piste“ nicht sachlich diskutiert werde.
Keine Einsparung beim Personal
Die Technik nannte Lauda als einen der Bereiche, wo die Fluggesellschaft Air Berlin nach der Übernahme von Niki sparen könnte: „Wir wollen so viele Synergien wie möglich nutzen.“ Fünf Millionen Euro müsse Niki im Rahmen des Air-Berlin-Sparprogramms einsparen. Vergangene Woche hatte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn noch von sieben bis acht Millionen gesprochen. „Wir haben nachgerechnet, fünf Millionen sind in ‚Shape and Size‘ vorgesehen“, so Lauda.
Die beiden Airlines hätten derzeit zwei getrennte Technikbetriebe, da könnte man einsparen, so Lauda. Einsparungen beim Personal schloss er aus. Zum Catering sagte er: „Die paar Cents, die ein Schwarzbrot mit Schnittlauch mehr kostet, sind sie wert.“
Von den 200 Millionen Euro, welche die Air Berlin nächstes Jahr einsparen will, werde sie bei der österreichischen Tochtergesellschaft nur einen Bruchteil finden. „Wenn man positiv ist, gibt es wenig Sparpotenzial“, so Lauda, der für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von zehn bis zwölf Mio. Euro erwartet.
Erfolg von Niki durch Sky-Europe-Pleite
Den Gästen beim Businessabend erzählte Lauda, wie er Niki in den letzten Jahren aufgebaut hatte. Dabei nannte er die Sky-Europe-Pleite und die AUA-Übernahme durch die Lufthansa ausschlaggebend für den Erfolg. Man sei nur durch den eigenen Cashflow gewachsen. Air Berlin hingegen sei in den letzten Jahren zu schnell gewachsen. „Die konnten nie Fett aufbauen“, sagte Lauda.
In den Air-Berlin-Verwaltungsrat will Lauda seine Niki-Philosophie einbringen. Seine erste Sitzung ist am 7. Dezember. Air Berlin und Lauda hatten in der Woche bekanntgegeben, dass Air Berlin die Anteile der Lauda Privatstiftung an Niki Luftfahrt GmbH übernimmt und Lauda in den Verwaltungsrat wechselt - mehr dazu in wien.ORF.at.
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