Rundum erfolgreiche abta-Jahrestagung

Verbandsintern erfolgte die Übergabe der Präsidentschaft von Christine Hafner an den bisherigen Vizepräsidenten Hanno Kirsch, Geschäftsführer AirPlus, sowie der Beitritt der abta zur Global Business Travel Association (GBTA), dessen Managing Director Paul Tilstone den Teilnehmern die Weltorganisation für Geschäftsreisen vorstellte.

Nachfolgend lesen Sie einige Highlights aus dem reichhaltigen, hervorragend zusammengestellten Programm:

Aschewolke und politische Krisen
Zum Auftakt der Tagung gab es eine Podiumsdiskussion über die Auswirkungen der Aschewolke, Naturkatastrophen (Japan) und politischen Krisen (Libyen, Tunesien, Ägypten) mit einem Resümee über die Erfahrungen bzw. was die einzelnen Beteiligten daraus gelernt hätten, um solchen Ereignissen besser begegnen zu können. Einheitlicher Tenor von Airlines, Reisebüros, Austro Control, Versicherungen und Firmen: Man könne jetzt schneller reagieren, die Koordinierung klappe wesentlich besser und als Hauptinfo- und Kommunikationsmittel habe sich das Internet als das sicherste und schnellste Medium erwiesen.

Trends in der Meeting Industrie
Ein großer Block war dem Thema „Meetings und Konferenzen“ (MICE) gewidmet. Hartmuth Keil/GF von HRS Hotel Reservation Service berichtete, der Trend in Europa gehe zu kleineren, internen, günstigeren Veranstaltungen wie Schulungen, Tagungen und Seminaren, und zeigte innerhalb der von HRS geschaffenen Standardlösungen beachtliche Sparpotenziale für Firmen bei Tagungsbuchungen auf.

Über weltweite Trends in der Meetingindustrie hielt Susanne Kostka/GF AIM Group International, eine Eventagentur für Kongresse, Tagungen und Incentives, einen äußerst spannenden Vortrag. Seit der Wirtschaftskrise habe sich in diesem Geschäft besonders viel geändert, die Geschwindigkeit enorm zugenommen. Der Service Provider entwickle sich zu einem Service Manager, der z.B. bei einem Kongress neben der Reservierung etwa auch Logistik oder Risk Management zur Verfügung stellen können müsse. Der Trend gehe insbesondere zu neuen Formen für Meetings, man möchte keine Power Point-Präsentationen mehr, keine Bestuhlungen in der herkömmlichen Art, sondern suche offene Formen "Open space Meetings“. Auch die Organisation von virtuellen Meetings werde immer häufiger nachgefragt.

Mobile Devices und Facebook
Über die Auswirkungen von „Mobile devices“ und Apps im Business Travel
referierte Stefan Erschwendner von der Unternehmensberatung LHBS Consulting Wien. „Das Internet ist allgegenwärtig, man muss nicht mehr ins Internet gehen, man ist praktisch ständig im Netz, 24 Stunden und 7 Tage in der Woche online – auch als moderner Business Traveller“, so Erschwendner.
Die heutigen Mobiltelefone werden immer mehr als kleine Computer benutzt. So hätten 85 % der Mobiltelefone einen Internetbrowser, das Internet am Handy sei praktisch zum Standard geworden. Mit Hilfe der Apps werden in Zukunft immer mehr Bereiche des Lebens, von den Geschäftsreisen bis zum täglichen Einkauf, über das "Handy" gesteuert. Die Mobiltelefone beeinflussen natürlich auch das Reiseverhalten. Ein Beispiel sei der mobile Boarding Pass als Service für Kunden, die bereits im Taxi auf dem Weg zum Flughafen einchecken können.

Über Risken und Gefahren für Unternehmen im Zusammenhang mit Facebook sprach Jakob Steinschaden, Buchautor und Digital-Journalist des Kurier. Facebook sei die größte Zeitvernichtungsmaschine im Unternehmen! Firmen machen mit, weil sie glauben von Facebook profitieren zu können: „Es bringt ‚traffic’, dient der Kundenbindung. Unternehmen können auch gute statistische Daten über ihre Kunden bekommen, und zwar kostenlos. Es lassen sich auch leichter Sonderangebote und sonstige ‚Deals’ an die Kunden bringen. Risken bestünden in zunehmender Abhängigkeit, wenn Firmen z.B. ihre Homepage aufgegeben, weiters auch in der Verfolgbarkeit („tracking“) aller Spuren.

Finnair mit Zukunftsstrategie – „Peace of Mind“
Unter dem Titel „Peace of Mind“ stellte Area Vice President der Finnair, Petri Vuori, die Strategie seiner Gesellschaft für die Zukunft vor. Basis der Finnair-Strategie seien die stetig wachsenden Märkte in Asien, Finnairs schnelle Flugverbindungen über den Hub Helsinki nach Asien sowie eine wettbewerbsfähige Preis -und Kostenstruktur.
"Wir wollen Finnair zur ersten Wahl für Asienflüge aus Europa machen und die attraktivsten Flugpläne für Geschäftsreisende von und nach Finnland anbieten", so Vuori. Als Wettbewerbsvorteile sieht Vuori die kurze Entfernung zu Asien, die moderne Flotte sowie den hohen Qualitätsanspruch. Finnair biete mit der Route über Helsinki die schnellste Verbindung zwischen Europa und Asien, spare dem Geschäftsreisenden Umsteigezeiten, der Airport sei überschaubar und verfüge über einen eigenen Asien-Terminal auf dem der Verkehr wie ein „Uhrwerk“ funktioniere.

Christine Hafner „Ehrenpräsidentin auf Lebenszeit“
Am Ende des ersten Tages erfolgte die feierliche Übergabe der abta-Präsidentschaft von Christine Hafner an Hanno Kirsch. Bei der sehr emotionalen Verabschiedung mit großen Dankesworten für die hervorragende Verbandsführung verlieh der neue Präsident Christine Hafner mittels Urkunde den Titel „Ehrenpräsidentin auf Lebenszeit“.

Blick über die Grenze - nach Südmähren
Das Abendprogramm war eine großzügige Einladung von CzechTourism, dessen Direktorin Michaela Sivekova zu einem Ausflug in das nahe Grenzstädtchen Mikulov einlud. Stadtspaziergang, Weinverkostung im Schloss, mährisches Schmankerl-Büffet im rustikalen Weinkeller mit Zimbalmusik und Feuerwerk sorgten für Bombenstimmung und beste Kommunikation unter den abta-Teilnehmern.

„Leben bis 2030 – Gesellschaft zwischen Hyperaktivität und Ruhestand”
Höhepunkt der Tagung war zweifellos für alle Teilnehmer der mitreißende zweistündige Vortrag am folgenden Tag von Prof. Bernd Marin, Leiter des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung. In spannender Weise, mit zahlreichen Beispielen gespickt und Humor gewürzt, sprach der international renommierte Experte zu den Veränderungen in der Gesellschaft, den großen Problemen unserer Zeit und notwendigen Lösungen für die Zukunft. Die am raschesten wachsenden Kosten in der Gesellschaft seien die altersbedingten Kosten: Gesundheit, Langzeitpflege und Pensionen. Im Gegensatz zur Gesundheit und Langzeitpflege sei man sich bei den Pensionen einig, was zu tun wäre, aber die Politik habe nicht den Mut, es umzusetzen. Die auf längere Sicht größte Bedrohung in Österreich liege in der ständigen Verringerung der aktiven Arbeitszeit bei gleichzeitiger Zunahme der erwerbslosen Zeit.

1970 betrug die Arbeitszeit in Österreich im Durchschnitt 43 Jahre, die Nicht-Arbeitszeit 34 Jahre. 2010 änderte sich das Verhältnis auf 35 Jahre Arbeitszeit, denen 48 Jahren Nichtarbeitszeit gegenüberstehen. In Österreich ist die Früh- und Invaliditätspension vorherrschend. „Man braucht keinen Rechenschieber, um sich auszurechnen, dass sich das nicht ausgehen kann und wir in ordentliche Turbulenzen geraten werden.Österreich gibt im Schnitt 50% mehr als andere Länder für Pensionen aus, der jährliche Zuschussbedarf wächst stetig, hat ‚Tsunami-Qualität’. Wenn wir das demographische Gleichgewicht halten wollen, müssten wir bis 2025 das gesetzliche Pensionsalter mit 65 einhalten, bis 2050 werde es dann auf 68-70 angehoben werden müssen.“

Die Zuhörer waren sich einig: Es war ein phänomenaler Vortrag, und man hätte Prof. Marin noch Stunden zuhören können. Ein wirklich glanzvoller Abschluss der Tagung.

Die abta-Mitglieder zeigten sich insgesamt mit der hervorragend organisierten und äußerst niveauvollen Veranstaltung, dem hochkarätigen Programm, dem Hotel und der stimmigen Abendveranstaltung sehr zufrieden. Neo-Verbandschef Hanno Kirsch freute sich über den großen Erfolg zum Auftakt seiner Präsidentschaft.

Ein großer Dank gilt den Sponsoren Finnair, HRS und Czech Tourism, die diese großartige Tagung ermöglicht haben.

Autorin: Dr. Elisabeth Zöckl

 

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